Grundlagen

Wir empfehlen folgendes Video, welches Acne inversa auf anschauliche Art & Weise erklärt:

Acne inversa - kurz & bündig

Acne inversa (AI) - oder auch als Hidradenitis suppurativa (HS) bezeichnet - ist eine chronische, entzündliche Erkrankung der Haut, die nicht ansteckend ist. Chronisch bedeutet, dass Acne inversa über einen längeren Zeitraum bestehen bzw. wiederkehrend auftreten kann. Durch eine angemessene Behandlung kann jedoch eine deutliche Besserungder Beschwerden erreicht werden. Sie tritt häufig in den Achselhöhlen und der Leistengegend auf. AI ist aber keine reine Hauterkrankung, sondern betrifft den ganzen Körper. In der Regel äußert sie sich durch entzündete Hautbereiche mit Wunden, eitrigen Kanälen, Knoten oder Beulen. Oft kehren diese Entzündungen nach dem Abheilen immer wieder und beeinflussen die Lebensqualität der Betroffenen enorm. Für gewöhnlich treten die Hautveränderungen in der Nähe bestimmter Schweißdrüsen (der in der Fachsprache genannten „apokrinen Drüsen“) und an Körperstellen auf, an denen die Haut aneinander reibt. Neben den Achselhöhlen, der Leistengegend und dem Genitalbereich können daher auch das Gesäß, der Bereich unter der Brust sowie die Innenseiten der Oberschenkel von der Erkrankung betroffen sein. Die entzündeten Hautveränderungen sind meist sehr unangenehm und verursachen teilweise sogar heftige Schmerzen.1,2,3,4,5

Acne inversa ist NICHT ansteckend, sollte aber möglichst früh umfassend behandelt werden, um die Lebensqualität der Betroffenen zu verbessern und eine Verschlimmerung der Anzeichen zu vermeiden.1,2,3,4,5

Die genaue Ursache von Acne inversa ist nicht bekannt. Bei dieser Erkrankung treten Hautveränderungen in der Nähe der apokrinen Schweißdrüsen auf, sodass sich die Haarwurzel entzündet. 7

AI kann sich in ganz unterschiedlichen Ausprägungen zeigen. HautärztInnen beurteilen die Symptome anhand einer Skala und weisen den Ergebnissen drei unterschiedliche Schweregrade zu: man unterscheidet zwischen der leichten, der mittelschweren und der schweren Erkrankungsform der AI.1,2

Bei PatientInnen mit einer leichten Form der Erkrankung treten häufig Anzeichen wie kleine Beulen, Mitesser oder einige wenige Zysten auf. Von einer mittelschweren Form spricht man, wenn die Knoten immer wieder an derselben Stelle auftreten und beim Abheilen häufig Narben zurückbleiben. Bei der schwersten Form der Krankheit kommt es zu Eiterbeulen und mehreren miteinander verbundenen Kanälen unter der Haut, sogenannten Sinus-Trakten oder Fistelgängen. Auch Mitesser und Zysten, die gelegentlich Flüssigkeit in Verbindung mit einem unangenehmen Geruch absondern, sind bei einer schweren Form von AI nicht selten.1,2 Acne inversa kann für Betroffene oftmals sehr schmerzhaft sein und die Lebensqualität beeinflussen.2,5

Acne inversa kann in jedem Lebensalter auftreten. Am häufigsten tritt die Erkrankung erstmals bei jungen Erwachsenen rund um das 20. Lebensjahr auf. Mit zunehmendem Alter, d.h. in der zweiten Lebenshälfte ab dem 50. Lebensjahr, sinkt die Wahrscheinlichkeit an AI zu erkranken. Zudem sind Frauen etwas häufiger von der Erkrankung betroffen als Männer. 1,2,3,4,5

Referenzen

  1. Mayo Health Clinic. Hidradenitis Suppurativa. Available at: http://www.mayoclinic.com/health/hidradenitis-supp... Published April 9, 2013. Accessed August 17, 2015.
  2. Jemec G. Hidradenitis Suppurativa. N Engl J Med. 2012; 366:158-64.
  3. Collier F., Smith R., Morton C. Diagnosis and management of hidradenitis suppurativa. BMJ. 2013; 346:f2121.
  4. Fimmel S, Zouboulis CC. Comorbidities of hidradenitis suppurativa (acne inversa). Dermatoendocrinol 2010; 2:9-16.
  5. Zouboulis CC, Tsatsou F (2012) Disorders of the apocrine sweat glands. In: Goldsmith LA, Katz SI, Gilchrest BA, Paller AS, Leffell DJ, Wolff K (eds) Fitzpatrick’s Dermatology in General Medicine. 8th ed, McGraw Hill, New York Chicago, pp 947-959.
  6. Leitlinie „ Therapie der Hidradenitis suppurativa / Acne inversa, AWMF-Register-Nummer 013-012, Gültigkeit bis zum 31.12.2017
  7. Weller R, Hunter J, Savin J, et al. The function and structure of the skin. In: Sugden M, Blundell R, eds. Clinical Dermatology. 4th ed. Malden, MA: Blackwell Publishing, Inc.;2008:10-33.

ATHUD170577-10072017


War dieser Artikel für Sie hilfreich?
Ja Nein
Wie können wir diesen Artikel verbessern?
Vielen Dank für Ihr Feedback!
Diese Artikel könnten Sie auch interessieren: