Anzeichen & Symptome

Wiederkehrende bzw. schmerzhafte Knoten und Eiterbeulen im Bereich der Achselhöhlen oder in der Leistengegend sind oft erste Symptome einer Acne inversa (AI). Wenn Sie bei sich selbst oder einem Familienmitglied solche Anzeichen bemerken, sollten Sie ehestmöglich einen Dermatologen (Hautarzt) aufsuchen. Derartige Veränderungen sollten immer ärztlich abgeklärt werden. AI kann viele unterschiedliche Ausprägungen haben und an unterschiedlichen Körperstellen auftreten (siehe Abbildung).

Da Acne inversa oftmals mit einer Infektion verwechselt wird, kann die Zeit bis zur richtigen Diagnose lange dauern.1,2,3

Dermatologen bewerten die Anzeichen und Symptome der Acne inversa anhand verschiedener Skalen, wobei überwiegend die Hurley-Klassifikation verwendet wird. Diese Klassifikation wurde für chirurgische Zwecke entwickelt und ist nicht für die Beurteilung des klinischen Ansprechens auf eine medikamentöse Therapie geeignet.6 Bei der Entscheidung zwischen topischer und systemischer Therapie hilft die Bewertung des Schweregrades mittels PGA (Physician global assessment). Die Einteilung erfolgt anhand der Anzahl von Knoten (entzündlich/nicht entzündlich), Abszessen und drainierenden Fisteln.7

Hurley-Stadium 1

Einzelne oder wenige Beulen, jedoch ohne Kanäle oder Vernarbung1,2

  • Schmerzhafte Knoten und Eiterbeulen in den Achselhöhlen, in der Leistengegend, unter der Brust, am Gesäß oder an den Innenseiten der Oberschenkel
  • Diese Beulen entwickeln sich für gewöhnlich aus festen Knoten der Größe einer Erbse.4


Hurley-Stadium 2

Wiederkehrende Knoten an mehreren Stellen mit Vernarbung und Kanälen1,2

  • Vernarbung: Bei der AI kann es infolge eines langfristigen oder wiederkehrenden Auftretens an einer Einzelstelle zu einer Vernarbung kommen.4


Hurley-Stadium 3

Verbreitete Knoten mit mehreren, verbundenen Kanälen1,2,3,4,5

  • Abszesse, die Eiter absondern
  • Eiterbeulen können schmerzhaft sein und auch tief unter der Haut auftreten. Die betroffenen Hautbereiche können platzen und einen unangenehmen Geruch verströmen.4


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AI-Erkrankungen können wiederkehrend auftreten und im Laufe der Zeit an Schwere zunehmen. Folglich ist eine Diagnose und ordnungsgemäße Behandlung der AI zu einem frühestmöglichen Zeitpunkt wichtig.2,5

Menschen mit Acne inversa sprechen in der Regel nicht gerne über ihre Erkrankung, die man ganz klar als „Tabukrankheit“ bezeichnen kann. Obwohl die Lebensqualität der Patienten oft ganz enorm unter den Anzeichen leidet, gehen viele Betroffene erst sehr spät oder gar nicht zu ihrem Arzt bzw. zu einem Dermatologen. Das hat zur Folge, dass die Krankheit nicht frühzeitig diagnostiziert und behandelt werden kann. Manchmal wird sie auch nicht richtig erkannt. Eine zu späte oder falsche Behandlung oder Therapie führt aber häufig zu einer Verschlimmerung der Anzeichen. Frühe Diagnose und Behandlung ist für die Lebensqualität Betroffener daher immens wichtig. Wenn Sie also denken, möglicherweise an Acne inversa erkrankt zu sein, sollten Sie rasch einen Termin bei einem Facharzt für Dermatologie vereinbaren. Unser Symptom Check kann Ihnen dabei helfen abzuklären, ob Ihre Anzeichen möglicherweise auf AI hindeuten. Die Ergebnisse sollten Sie ausdrucken und als Gesprächsgrundlage zum Termin bei Ihrem Dermatologen mitnehmen.

Referenzen

  1. Jemec G. Hidradenitis Suppurativa. N Engl J Med. 2012; 366:158-64.Danby FW, et al. Preliminary findings suggest hidradenitis suppurativa may be due to defective follicular support. BJD. 2013; 168; 1034–1039.
  2. Zouboulis CC, Tsatsou F (2012) Disorders of the apocrine sweat glands. In: Goldsmith LA, Katz SI, Gilchrest BA, Paller AS, Leffell DJ, Wolff K (eds) Fitzpatrick’s Dermatology in General Medicine. 8th ed, McGraw Hill, New York Chicago, pp 947-959.
  3. van der Zee HH, Laman JD, Boer J, Prens EP. Exp Dermatol. 2012; 21:735-9
  4. Mayo Health Clinic. Hidradenitis Suppurativa. Available at: http://www.mayoclinic.org/diseases-conditions/.... Published April 9, 2013. Accessed August 17, 2015.
  5. Collier F., Smith R., Morton C. Diagnosis and Management of Hidradenitis Suppurativa. BMJ. 2013; 346:f2121.
  6. Zouboulis CC et al. Dermatology 2015; 231:184–190.
  7. Kimball AB. Ann Intern Med 2012; 157:846-855.

ATHUD170453-30052017


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